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Weltweite Lage von Kleinunternehmen

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Kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) sind für die Weltwirtschafft lebenswichtig. Allerdings steht gerade diese Gruppe durch die COVID-19-Pandemie vor bislang unbekannten Herausforderungen. Durch Kontaktbeschränkungen, Kontaktverbote und einen wirtschaftlichen Abschwung stehen viele KMUs vor dem Aus und/oder haben mit erheblichen Einnahmeverlusten, Liquiditätsproblemen und Personalabbau zu kämpfen.

 

In der Digitalen Wirtschaftsstudie (Future of Business Survey), einem Gemeinschaftsprojekt von Facebook, der Weltbank und Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), wurden im Mai 2020 kleine und mittlere Unternehmen in mehr als 50 Ländern und Regionen nach ihren Erfahrungen und ihrem Bedarf an Unterstützung befragt.

 

Die Studie belegte, wie sehr KMUs unter den Auswirkungen der Pandemie leiden, insbesondere in verbraucherorientierten Branchen. Auch Unternehmen mit weiblicher Führung und Kleinstunternehmen standen unter erhöhtem Druck. Zusätzlich zu den direkten finanziellen Auswirkungen müssen sich KMUs mit durch Kontaktbeschränkungen bedingten Problemen auseinandersetzen, z. B. Kinderbetreuung und Schulunterricht zu Hause während des Arbeitstages. Auch hiervon waren Unternehmerinnen unverhältnismäßig stark betroffen.

 

Der Durchhaltewillen bei den Unternehmern ist jedoch stark und viele blicken trotz aller widrigen Umstände optimistisch in die Zukunft. Allerdings haben sie einen erhöhten Bedarf an finanzieller Unterstützung, z. B. in Form von Zuschüssen zu den Gehaltszahlungen, Steuererleichterungen und Zugang zu Darlehen und Krediten.

Unternehmensschließungen führen zu Ungleichheit

Die Verhängung von Kontaktbeschränkungen im Kampf gegen die Ausbreitung von COVID-19 hat viele Unternehmen dazu gezwungen, den üblichen Betrieb vor Ort einzustellen. Aus der Umfrage ergab sich, dass zwischen Januar und Mai 2020 26 % der KMUs schließen mussten. In manchen Ländern lag diese Zahl sogar bei über 50 %.

 

Verbraucherorientierte Branchen waren am stärksten betroffen: 54 % aller Reisebüros und 47 % aller KMUs in Gastgewerbe und Eventbereich waren zum Zeitpunkt der Umfrage geschlossen. Kleinstunternehmen und inhabergeführte Geschäfte trafen die Auswirkungen am härtesten.

 

KMUs unter weiblicher Führung waren ebenfalls übermäßig stark betroffen. Bei ihnen war die Wahrscheinlichkeit einer Schließung zum Zeitpunkt der Umfrage um 7 Prozentpunkte höher als bei Unternehmen unter männlicher Führung. Tatsache ist: Der Anteil an Unternehmerinnen ist gerade bei Kleinstunternehmen höher (37 % im Vergleich zu 24 % bei Männern). Hinzu kommt, dass sich KMUs unter weiblicher Führung eher in den Bereichen konzentrieren, die von den Kontaktbeschränkungen am stärksten betroffen sind. Darüber hinaus gilt: Je strenger die Kontaktbeschränkungen, desto größer wird das geschlechtsbedingte Missverhältnis bei den Schließungen.

 

Ein höherer Anteil der in dieser Umfrage befragten weiblichen Unternehmer betreibt Kleinstunternehmen (37 % der von Frauen geführten Unternehmen beschäftigte auch vor COVID-19 kein Personal, im Vergleich zu 24 % der von Männern geführten Unternehmen), die besonders stark von Schließungen betroffen waren (30 % im Vergleich zu 25 % bei Unternehmen mit einem oder mehreren Mitarbeitern).

KMUs sind von direkten und sekundären Auswirkungen betroffen

Viele KMUs, die nicht schließen mussten, haben mit rückläufigen Umsatzzahlen zu kämpfen. Von den Unternehmen, die zum Zeitpunkt der Befragung aktiv waren, verzeichneten 62 % in den zurückliegenden 30 Tagen niedrigere Umsatzzahlen im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2019. Davon meldeten 57 % einen Umsatzrückgang von 50 % und mehr. Diese Rückgänge führten oftmals zu Personalabbau: Jedes dritte KMU-Betreiber, das in Betrieb blieb, teilte mit, dass aufgrund der Pandemie Personal entlassen werden musste.

Auch der Ausgleich zwischen Arbeit und Privatleben wurde für viele KMU-Führungskräfte schwierig, da Kinderbetreuung und Homeschooling mit dem laufenden Geschäftsbetrieb kombiniert werden mussten. Dies wirkte sich ebenfalls unverhältnismäßig stark auf Frauen aus: 23 % der Unternehmerinnen teilten mit, mindestens sechs Stunden pro Tag für Haushalts- und Familienbetreuungstätigkeiten zu benötigen, während diese Zahl bei männlichen Unternehmern bei 11 % lag.

 

Trotz der Lockerungsmaßnahmen in manchen Ländern hatte die Hälfte der KMUs unter mangelnder Nachfrage zu leiden, was bei 37 % zu entsprechenden Liquiditätsengpässen führte. Unterdessen sind ihre Beschäftigungsaussichten gemischt: Nur 8 % der KMU-Betreiber gaben an, dass sie sich nach einer Wiedereröffnung nach neuen Mitarbeitern umsehen werden.

Hoher Finanzierungsbedarf

In den letzten Monaten war finanzielle Unterstützung von entscheidender Bedeutung. Nahezu ein Viertel der befragten KMU (23 %) teilten mit, pandemiebedingte finanzielle Unterstützung zu erhalten, mehrheitlich in Form von staatlichen Zuschüssen und Darlehen. Allerdings teilten 27 % der KMU-Betreiber mit, dass zum Zeitpunkt der Umfrage keine finanzielle Unterstützung zur Verfügung stand.

 

Wie sich die KMUs erholen werden, ist noch unklar. Auch der Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten könnte weiterhin von entscheidender Bedeutung für die Bewältigung der Krise sein. Insofern ist es nicht weiter verwunderlich, dass 30 % der KMU-Betreiber angaben, sich um Gehaltssubventionen, Steuerstundungen und Zugang zu Krediten und Darlehen bemühen zu wollen.

 

Trotz aller Umstände bleiben die KMU optimistisch. Von den KMUs, die zum Zeitpunkt der Umfrage von Schließungen betroffen waren, erwartet 74 %, die Geschäftstätigkeit nach Lockerung der Maßnahmen fortsetzen zu können. Viele KMU-Betreiber haben die Zeit des Lockdowns dazu genutzt, sich auf die Wiedereröffnung vorzubereiten und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, etwa durch die Entwicklung einer digitalen Präsenz.

 

In den kommenden Monaten wird das Forschungsprogramm die Bedürfnisse und Herausforderungen der KMUs weiterhin im Auge behalten.

 

Der weltweite Lagebericht zu kleinen und mittleren Unternehmen als Download

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